Katholische Kirchgemeinde Pfyn

Geschichte

Geschichte der Pfarrei

Unter Kaiser Diokletian (264-305) wurde das römische Kastell an der Grenze der Provinzen Rätien und Helvetien (ad fines, an der Grenze, daher der Name Pfyn) und an den Strasse nach Arbon (arbor felix) und Eschenz (tasgetium) neu aufgebaut. Pfyn war also spätestens im 4. Jahrhundert ein sogenantes Castellum, und das ist wohl auch der Grund, warum die Häuser, welche jetzt noch bei der Kirche stehen, bis heute „das Städtli“ heissen.
Ob durch das römische Militär, wie an so viele andere Orte, die ersten Samenkörner des Evangeliums getragen worden seien, kann nur vermutet werden. Sicher wurde Pfyn eine christliche Siedlung, nachdem in Folge der Schlacht von Zülpich 496 Alemannien ein Teil der fränkischen Monarchie geworden war. Jedenfalls ist Pfyn eine der ältesten, wenn nicht die älteste christliche Gemeinde im Kanton.
Obwohl Pfyn urkundlich erst im Jahre 1155 als Pfarrei in dem Diplom Friedrichs I. vorkommt, hat es schon unter den Merowingern und Karolinern in kirchlicher und politischer Beziehung eine hervorragende Stellung eingenommen. Das mag auch die Ursache der grossen Ausdehnung des Kirchenspiels gewesen sein. Herr Pupikofer hält auf Grund alter Urbare dafür, dass Pfyn die Pfarreien Felben, Hüttlingen, Kirchberg, Weiningen, Herdern, Gündelhart, Homburg und Müllheim umfasst habe.
In Felben soll schon im 9. Jahrhundert eine der hl. Jungfrau und Allerheiligen geweihte Kapelle bestanden haben. Wegen der weiten Entfernung von Pfyn und des schwierigen Ueberganges über die Thur gestattet Jakob von Helmstorf, Domherr zu Konstanz und Kirchherr zu Pfyn, den Einwohnern von Felben im Jahre 1500 eine Kaplaneipfründe zu gründen, damit in Notfällen die Gläubigen links von der Thur mit den hl. Sakramenten versehen werden können.

Die Reformation

Pfarrer Jakob Teucher von Steckborn schloss sich mit der Gemeinde Pfyn der Reformation an, während die Gemeinden auf dem Seerücken ganz oder grösstenteils beim katholische Bekenntnis blieben. Die Filiale Felben-Wellhausen konstituierte sich als selbständige Pfarrei. Die Pfarrer beider Konfessionen scheinen sich gut vertragen zu haben. Es wurde gegen den evangelischen (Georg Klemens) 1587 in Zürich geklagt, dass er zu intim  mit dem katholischen Priester stehe und das hl. Abendmahl nach dem neuen Kalender austeile.


Quellen: Thurgovia xacra; Kunstührer durch die Schweiz Band I; Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau Rhan.