Kirche mit Dchreiter

Kirche St. Bartholomäus

Die romanische Kirche


Die älteste fassbare Kirche im heutigen Pfyn ist aus Stein erbaut. Es handelt sich um einen Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor. Die Seitenwände des Saales sind von der heute bestehenden Kirche übernommen und in diese integriert. Die westliche Giebelwand wurde 1929 ersetzt. Das Kirchenschiff geht also in den heutigen Ausmassen auf das 11. Jahrhundert zurück.

Die gotische Erweiterung


Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche unter Beibehaltung und Erhöhung der West- und Seitenmauern des romanischen Saales um 15 Meter nach Osten verlängert und im ganzen heutigen Vorchorbereich um die beiden Seitenbauten verbreitert. Dadurch wurde im Verlauf der Ausführung eines einzigen Bauvorhabens die ursprüngliche Fläche der Kirche mehr als verdoppelt. Grundriss und Ausmasse entsprechen damit der heutigen Kirche. Eine Ausnahme bildet lediglich der Turm. Weil ein neues Geläute für den althergebrachten Dachreiter über dem Chor zu schwer war, erfolgte 1937 unter Architekt Akeret in Weinfelden der Bau eines Kirchturmes aus Beton in die Nordost-Schulter der Kirche.

Die umfassende Gesamtrestauration 1979 – 1981


Anfangs September 1979 begannen die Ausgrabungen und dauerten bis Ende März 1980. Der Grabungsleiter Herr Franz Maier hat die Ergebnisse in einem ausführlichen Bericht festgehalten.
Dem Architekten Herr H. Schmid, Sirnach, ist es in Zusammenarbeit mit der Thurgauischen Denkmalpflege gelungen, der Kirche eine harmonische Einheit zu geben. Dazu waren einige bauliche Eingriffe notwendig:
Der Boden wird mit Tonplatten, nach dem Muster gefundener Reste, belegt. Das zugemauerte, mittlere Chorfenster wird freigelegt. Anstelle der Gipsdecken im Schiff und den Seitenschiffen werden einfache Holzdecken eingezogen. Um den ursprünglichen romanischen Eindruck wieder sichtbar zu machen, werden die runden Säulen(aus dem Jahre 1931) ummauert. Der schützende Vorbau beim Hauptportal wird durch ein stilgerechtes Pultdach ersetzt.
Am Bettag 1981 konnte das im neuen Glanz strahlendes Gotteshaus in  einem festlichen ökumenischen Gottesdienst eröffnet werden.

Text: Pfarrer Anton Schaller, ehemaliger Pfarrer von Pfyn, verstorben  
Bilder: zeitgarten.ch (alte Fotos) und Jeannette Forster (neue Fotos)

 
 
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Kapelle Lanzenneunforn

Kapelle Lanzenneunforn - ein verborgenes Kleinod

In Lanzenneunforn befindet sich eine Kapelle mit einer eigenen Kapellgemeinde, zugehörig zur Kirchgemeinde Pfyn. 
Versteckt hinter dem Gemeindezentrum und äusserlich eher unscheinbar, wird sie oft kaum wahrgenommen. Ihren Schatz verbirgt sie im Inneren. Seit der umfassenden Restaurierung im Jahre 1997 glänzt sie wieder in alter Pracht und lädt zur stillen Einkehr ein.
Nicht nur das Innere der Kapelle Lanzenneunforn ist bemerkenswert, Interessantes liefern auch Legenden und Geschichtsbücher. So hält sich bis in die jüngste Zeit hartnäckig ein Gerücht um die Gründung der Kapelle. Danach hatte vor gut 200 Jahren der jähzornige Dorfschmied Jakob Kolb im Streit einen jungen Mann mit dem Schmiedhammer erschlagen. Um einer harten Strafe, unter Umständen sogar der Todesstrafe, zu entgehen, gelobte er, am Ort des Totschlages eine Kapelle zu stiften. Familiengeschichtliches Interesse hatte den vierten Urgrossenkel von Jakob Kolb, J. Kolb, dazu bewogen, beharrlich nach der wahren Gründung der Kapellenstiftung zu forschen. Nach vergeblichem Stöbern in verschiedensten Archiven wurde er im Kirchenarchiv Herdern fündig.

Im dort vorhandenen Verzeichnis der Kirchen- und Kapellenfonds ist unter Lanzenneunforn vermerkt, dass die Kapelle 1739 von Jakob Kolb erbaut und mit 60 Gulden dotiert worden ist. Über ein Gelübde im Zusammenhang mit einem begangenen Totschlag liegen keine schriftlichen Überlieferungen vor. Jakob Kolb (1674-1749) war Richter und bis zu seinem Tod Weibel. 1739 übergab er die Schmiede seinem Sohn Jakob Kolb.

Dichtung und Wahrheit

Vielleicht steht die Kapellenstiftung im selben Jahr im Zusammenhang mit dieser Geschäftsübergabe. Dass ein Bedürfnis für ein Gotteshaus im Dorfe bestand, wird im Visitationsbericht aus dem alten Dekanat Frauenfeld-Steckborn von 1754 verdeutlicht. Darin heisst es von der Kapelle in Landts Nèferen, sie diene den Pfarreiangehörigen zum Rosenkranzgebet, wenn sie wegen Schwäche, Alter oder Witterung die nächstliegenden Pfarrkirchen nicht besuchen können.
Was Wahrheit, was Dichtung ist, wird sich wohl nie ganz klären lassen. Aber, wer will das schon? Ist es nicht schaurig-schön, die Legende von Mord und Totschlag auch kommende Generationen genüsslich um die Kapelle ranken zu lassen?

Kirche und Pfarrhaus

Das Pfarrhaus

Das Pfarrhaus wurde total renoviert. Wir finden darin eine grosszügige, moderne 5 ½ Zimmer-Wohnung aufgeteilt auf die 2 Obergeschosse.

Im Parterre sind das Sekretariat, ein Sitzungszimmer, eine Küche und ein Pfarrsääli mit WC-Anlage eingerichtet. Für eine eventuelle Gemeindeleitung oder Angestellten der Pfarrei gibt es einen direkten Zugang zur Wohnung.
Das Sääli wird vor allem für kleinere Anlässe der Gemeinde genutzt, wie z.B. Kirchenkaffee, Gruppenanlässe, Katechese.
Im Sekretariat sind 2 Arbeitsplätze für die Sekretärinnen eingerichtet.

Im Untergeschoss haben die Jugendlichen ihren Jugendkeller eingerichtet, den sie als Jugendtreff benutzen.

Kirche und Scheune

Die Scheune

In der Scheune ist die öffentliche WC-Anlage untergebracht, ein Abstellraum wird für Gartenwerkzeuge und Material für den Friedhof genutzt und ein zweiter Raum für verschiedenes Material für Gottesdienste und Anlässe der Pfarrei. Die Garage ist zurzeit vermietet.

Schrift Trotte

Gemeinschaftsraum in der Trotte

Die Trotte gehört der politischen Gemeinde und der Schulgemeinde Pfyn. Die evangelische - und katholische Kirchgemeinde sind Stockwerkeigentümer des Kirchgemeinderaums, mit einer sehr ansprechenden, angenehmen Atmosphäre. Genutzt wird dieser von beiden Kirchgemeinden in Absprache. Es finden darin Religionsunterricht, Erwachsenenbildungsanlässe, Chorproben, Jubla usw. statt.
Leider ist dieser Raum nicht behindertengerecht gebaut.

Im unteren Teil der Trotte steht den Kirchen der Gemeindesaal mit Küche und WC-Anlagen für grössere Anlässe zur freien Benützung zur Verfügung.